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Der Erste Wiener Ruderclub LIA wurde 1863 gegründet und ist damit der älteste Körpersport treibende Verein Österreichs. ...

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Aktuelles

25.3.2018 San Diego Crew Classic USA

Dieses Wochenende war es wieder soweit, die "Crew-Classics" standen an und somit auch der Beginn unserer Rennsaison 2018. Unsere (Ferdi Querfeld und Christoph Seifriedsberger) Trainings--Resultate seit Anfang des Semesters waren glücklicherweise recht solide, vor allem jene von Ferdi der seit Jänner jede Ergometer Wertung anführt, so dass wir für die Bildung des Achters früh in Frage kamen. Dennoch begannen wir erst eine Woche vor dem Rennen in dieser Besetzung zu trainieren. Die endgültige Sitzreihenfolge stand 3 Tage vor Abflug fest. Dennoch fühlten wir uns wohl und sicher in dem Boot.

Freitag morgens ging dann der Flug von San Francisco nach San Diego. Am selben Nachmittag gingen wir noch für ein Training aufs Wasser, um die Strecke und das Team etwas zu testen. Die Ruderstrecke hier in San Diego ist dafür bekannt, besonders anspruchsvolle Bedingungen zu haben. Daher war es besonders wichtig in den Rennschlägen technisch sauber zu rudern. Nach einem gelungenen Training, in dem Ferdi auch seine Zusatzstrebe brach (da ist wohl etwas zu viel Power hinter den Startschlägen gewesen), konnten wir zuversichtlich auf die Rennen am Samstag hinsehen.

Für uns standen am Samstag zwei Dual--Races an. Das bedeutet, dass wir in beiden Rennen jeweils nur einen Gegner hatten. Tatsächlich waren in unserer Klasse nur sechs Boote vertreten. Jedes dieser sechs Boote fuhr zwei solcher Duals im laufe des Samstags. Die Bahnen für den Sonntag wurden nach den Gesamtzeiten der Samstagsrennen gesetzt. Sonntags würden dann alle sechs Boote in einem Finale gegeneinander fahren.

Unser erster Gegner war Navy, eine Universität deren Schüler auf den Dienst in der US Navy vorbereitet werden. Die Bedingungen während des Rennens waren verhältnismäßig gut und so gelang uns ein solider Start. Nach 300 Metern konnten wir bereits eine Führung von etwas über einer Länge errudern. Der Rest des Rennens ging recht schnell vorbei. Einen 10er bei 500m einen bei 1000m und mit langen kraftvollen Schlägen ins Ziel, bis wohin wir unsere Führung auf über 30 Sekunden ausbauen konnten. Mit 5:47 hatten wir auch die schnellste aller Laufzeiten.

Am Nachmittag stand das Rennen gegen Penn-State an. Da die Gesamtzeit beider Läufe für die Bahnverteilung entscheidend war mussten wir auch bei unserem zweiten Rennen eine gute Zeit fahren. Zu dieser Zeit hatten sich die Bedingungen allerdings verschlechtert, was ein sauberes Rennen schwieriger machte. Die Zeit sollte jedoch schneller sein als die des Vormittags, da wir nun mit einem Mitwind ruderten. Das Rennen war auch nicht so sauber wie das des Vormittags, allerdings beendeten wir es in 5:41, eine Sekunde hinter Yale und hatten somit die schnellste Gesamtzeit aller Boote, was uns Bahn 1 für das Finale am Sonntag sicherte.

Mit zwei guten Läufen am Samstag konnten wir mit einem ruhigem Gewissen schlafen gehen und uns für das große Finale am Sonntag vorbereiten. Der Start war für 10:40 geplant, was normalerweise bedeutet, dass man als Athlet ein bisschen ausschlafen kann. Jedoch hinderten Ferdi die Nerven an einem ruhigen Schlaf und ließen ihn schon um 6 Uhr aufstehen. Das hatte jedoch keine negativen Folgen für das Rennen. Bei strahlendem Sonnenschein jedoch mit starkem Seitenwind starteten wir pünktlich um 10:40.

Gleich nach dem Start waren CAL und Yale Kopf and Kopf mit Northeastern etwas abgeschlagen an dritter Stelle. Die 500m Marke passierten wir mit knappem Vorsprung vor Yale doch dann konnten wir den Turbo zünden. Mit Schlagzahl 38 ½ schoben wir unseren Bugball Schlag für Schlag nach vorne und nach 800m hatten wir den Vorsprung auf eine halbe Länge ausgebaut. Bei der 1000m Marke kam dann die zweite große Attacke. 15 Schläge, die mit absoluter Vehemenz und Präzision gerudert werden und uns für die zweite Rennhälfte absichern sollen. Damit lag der Vorsprung schon bei einer ganzen Länge und wir wussten, dass wir das nur noch nach Hause rudern müssen. Auf den letzten 300m konnten Yale und Northeastern nochmal etwas aufschließen doch mit einem beherzten Endspurt sicherten wir uns den Start-Ziel Sieg vor der zweitplatzierten Mannschaft der Yale University und dem Dritten Northeastern.

Mit erschöpfter doch glücklicher Miene ruderten wir kurz aus um die Laktat gefüllten Körper etwas regenerieren zu lassen. Da kann man noch so viele harte Trainingseinheiten durchziehen, so ein Rennen ist immer eine größere Belastung als man sie so im Training kopieren kann. Aber als Sieger ist der Schmerz immer nur halb so schlimm und das erste Rennen der Saison ist ja immer das härteste. Oder zumindest sagen wir uns das immer.

Nach dem Ausrudern legten wir, wie in San Diego üblich, am Strand an und hoben das Boot aus dem Wasser. In Amerika gibt es das Prinzip der "Betting-Shirts". Jedes Team hat als Wetteinsatz sein Renn-Leiberl und muss als Verlierer dem Gewinner sein Leiberl nach dem Rennen überreichen. Als Gewinner hat man dadurch quasi eine doppelte Belohnung für seine Mühen. Du bekommst eine Medaille und dann noch das T-Shirt deiner Kontrahenten als Respekt vor der Leistung. Dieses Ritual hilft auch dem "Socializen" und so kommt man oft mit seinen Gegnern ins Gespräch und tauscht sich untereinander aus.

Den Rest des Tages nutzten wir um uns die restlichen Rennen anzuschauen und um noch auf ein kühles Blondes zur nächsten Strandbar zu gehen. So ein bisschen Vergnügen nach der Arbeit muss eben auch sein. Die nächsten Wochen werden sowieso sehr hart für uns und es heißt nochmal ordentlich Geschwindigkeit aufbauen bis es in 3 Wochen bei der nächsten Regatta gegen Wisconsin und Oregon State um weitere Siege geht. Bis dahin alles Gute nach Wien und erfolgreiches Training.

Euer Ferdi und Christoph

Vivat Crescat Floreat. Lia forever !

 

 


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