Erfolgreichster Ruderverein Österreichs

Der Erste Wiener Ruderclub LIA wurde 1863 gegründet und ist damit der älteste Körpersport treibende Verein Österreichs. ...

VIENNA NIGHTROW

Aktuelles

22. 7. bis 2. 8. 2014 Donau Wanderfahrt

Bericht zur LIA-Wanderfahrt von Mohacs über Belgrad bis Smederevo

Geplante 330 Stromkilometer, die wir von 22. Juli bis 2. August 2014 zurücklegen wollten.

 

Teilgenommen haben:

Nik Nemeskeri und Martina Saukel die wie immer die Wanderfahrt vorgeplant und alle Hotels und Anlegestellen vorbesichtigt und gebucht haben.

Simeon Kljajic der uns wie immer vom Land aus tatkräftig und verlässlich betreut hat, uns an den Anlegestellen mit kühlem Bier und Radler erwartet hat und am Ende der Fahrt von Gerhard zum Facility Manager gekürt wurde.

2 Gäste aus Ungarn: Toncsi Gosleth, die immer absolut schwankungsfrei in einem Boot am Schlag saß und Eva Hajos, auch eine ehr gute Ruderin, deren Beobachtungsgabe und humorvoller Umgang mit den Mühen einer Wanderfahrt uns immer wieder zum Lachen brachte. Die beiden Damen waren schon letztes Jahr auf der Tour von Wien nach Budapest dabei.

Von der LIA waren für mich Gerhard Goldschmied und Anna Zuser neu, wobei Gerhard auch schon letztes Jahr bis Budapest gerudert ist. Diesmal hatte er die Funktion des Mundschenks über und hat dafür gesorgt, dass unser Mittagspicknick dank ausreichendem Rotweinvorrat gut verdaut werden konnte.

Von den Dauerbrennern haben diesmal Elo Resch-Pilcik und Hanna Schopper bewiesen, dass sie uns als umsichtige Steuerfrauen sicher durch die Fluten und an den diversen Kähnen vorbei lotsen können. Ernst Chowanetz hat sich nicht ungern etwa zur Mitte der Wanderfahrt am Steuer von Hanna ablösen lassen und sie als Copilot mit wichtigen Tipps und Tricks versorgt. Ich - Disa Medwed - habe mich bemüht, im Boot möglichst gerade und konzentriert zu bleiben und für den jeweils nächsten Rudertag schlagkräftige Mannschaften zusammen zu stellen. Ein Ziel das am sechsten Rudertag erreicht schien, sodass wir in der Folge täglich auf unseren voreingestellten Platz klettern konnten.

Abschließend dazu sei noch erwähnt, dass auch Martina immer am Schlag saß und uns mit unermüdlicher Energie die Donau entlang pushte, dass sie unser Geld verwaltete, unsere Rechnungen bezahlte und die Verantwortung für Güte und Menge der Lebensmittel trug.

Wie fast immer (Ausnahme letztes Jahr von Wien nach Mohacs) sind wir auch heuer wieder mit der TID gerudert und unsere Tagesetappen, ruderfreien Tage sowie An- und Abreise waren vom TID-Plan bestimmt.

Außer Nik, Martina und Simeon sind alle LianesInnen nach Belgrad geflogen, wo Simeon uns am Flughafen abgeholt und im Bus nach Mohacs ins Panon-Hotel verfrachtet hat. Abendessen war in einem Gasthaus an der Fähre. Die Fischplatte waren mäßig und die Brustwarze des Chefs unübersehbar. Allerdings war das Mittagessen in Sombor so wunderbar, die unaufgefordert gebrachten Vorspeisen so lecker und zahlreich gewesen, dass nur die Ungarinnen traurig waren, dass sich ihr Land kulinarisch nicht besser präsentierte.

Der 1. Rudertag (Mittwoch 23.7.) begann in Mohac (Km 1448) mit großer Verspätung, weil die Zöllner erst so spät auftauchten. Die Zollkontrolle verlief sehr amtlich `- wir mussten pro Boot antreten, wurden kontrolliert und durften auf?s Wasser. All dies bei mehr oder weniger leichtem Nieselregen. Die Landesgrenzen haben uns an diesem Tag nochmals zum Umdisponieren gezwungen als wir nämlich nicht wie geplant im Restaurant Pikec in Baracka Mittagessen konnten weil uns der Wirt nicht ohne Zollkontrolle an Land gehen ließ. Also folgten wir den Kajakfahrern in eine Kneipe, die zwar mit dem unerwarteten Ansturm ziemlich überfordert war, dafür aber mit all den unerlaubten Gästen aus der Donau sicher das Geschäft des Jahres machte. Mit 46 Km war dies einer der längster Rudertage bis Apatin (Km 1402) in Serbien. Da die Ruderboote nicht wie die Kajaks zur Anlegestelle konnten, legten wir sie auf eine Hafenmole. Geschlafen wurde gleich in der Marina von Apatin nachdem uns Simeon zu einem Restaurant stromaufwärts gebracht hatte, von dem aus wir einen wunderbaren Sonnenuntergang mit Blick auf die Donau genießen konnten.

Nach dem Frühstück am Donnerstag 24.7. im gleichen Restaurant erwiesen wir erneut den Zöllnern die Referenz und machten uns nach Erhalt der Pässe ? jeder einzeln ? auf den Weg ins 22 Km entfernte Aljmas. Mitten auf der Donau wurden wir von lustigen Ungern (von den Ungarinnen aufgerissen) mit einem Schnaps bewirtet, der uns mittels Ruder über?s Wasser gereicht wurde. Sehr beschwingt wurde dann unsere Tour nach Aljmas fortgesetzt wo uns Simeon ins elegante Hotel Lav (www.hotel-lav.hr) in Vukovar (Kroatien) brachte. Auf Grund der kurzen Distanz waren wir schon am frühen Nachmittag dort und wer wollte, konnte noch diese - im Jugoslawienkrieg heiß umkämpfte Stadt -besichtigen. Häuser mit total zerschossenen Fassaden sind ein Teil des Stadtbildes und ein kaputt-geschossener Wasserturm hält die Erinnerung an den Krieg wach. Umso erfreulicher war es dann, die Jugend des dortigen Ruderklubs auf dem Weg zu ihrem Training am anderen Ufer der Donau zu beobachten und zu sehen wie die Ruderboote immer kleiner und kleiner wurden. Gegenüber von Vukovar liegt eine kleine Insel, die noch auf kroatischem Boden ist und den Einwohnern als Strandbad dient. Dafür düsen zwei Motorboote ständig hin und her.

Der 3. Rudertag - Fr 25.7. - von Aljmas Km 1380 nach Vukovar Km 1333 war mit 47 km der längste dieser Wanderfahrt. Simeon brachte uns irgendwo auf der Strecke kaltes Bier und kalten Radler an dem sich auch die (Schnaps-)Ungarn erfreuten. Entsprechend müde waren wir, als wir an der Anlegestelle beim Ruderclub direkt vor dem Hotel Lav ankamen. Verschwitzt wie wir waren, ließen wir uns in die noblen Fauteuils der Hotelanlage sinken und genossen die Biere, Radler und Camparis aus der Hotelbar.

Auch der 4. Rudertag begann mit einer Einlage der Zöllner, die uns namentlich vortreten ließen, um uns unsere Pässe zurückzugeben. Damit verließen wir am Samstag den 26.7. wieder relativ spät Kroatien um am Abend bei Km 1298 nach 35 geruderten Km, einer Mittags- und einer Badepause, in Backa Palanka an Land zu gehen. Dies war aber erst möglich, nachdem uns die Steuerfrauen durch einen schmalen Zugang zu einem Badeplatz geschleust hatten an dem gerade eine Kajak-Regatta stattfand. Die Boote legten wir einfach unter die Büsche und Simeon brachte uns nach einer kurzen Bier/Radler-Rast zur Ferienanlage "Ribarsko Ostrovo"(www.ribarscoostrvo.rs)in Novi Sad wo wir uns für 3 Nächte in Reihenhaus-Bungalows niederließen. Zwei gleichzeitig dort bewirtete Hochzeiten haben uns nicht gehindert, dort fürstlich Fische (Wels und Zander) zu verzehren. Die Ungarinnen - Eva eine Fischverächterin - waren vom Eisbecher hingerissen.

Der 5. Rudertag ging am Sonntag 27.7. über 40 Km von Backa Palanka (Km 1298) bis Novi Sad (Km 1258). Hanna hatte von Ernst erstmals das Steuer übernommen nachdem uns Ernst an einem der Vortage nicht davor bewahrt hatte, an eine Boje zu treiben, von der wir uns nur sehr mühsam wieder befreien konnten. Unsere Badepausen und Mittagsrasten waren hier noch sehr genüsslich und mit gemütlichem Ausstrecken zur Siesta verbunden.

Am Montag war dann Ruhetag in Novi Sad! Das Frühstück fiel sehr gedämpft aus, weil Nik die Nachricht von dem Unglück bei der Pöchlarner Sternfahrt erhalten hatte. Sollte jemand gedacht haben, dass Ruhetag mit Ruhe zu tun hat, so hatte er/sie sich getäuscht: wir hatten ein von Simeon sehr toll geplantes Freizeitprogramm zu bewältigen. Es bestand aus einem Besuch der sehr imposanten Festung von Novi Sad, mit Blick auf die Stadt und ihre Brücken und Simeons launigen Erzählungen über die Geschichte der Burg und die Uhr mit den umgekehrten Zeigern - er hätte auch Fremdenführer werden können! Anschließend waren wir dann noch in einem alten serbischen Männerkloster und zur Weinkost in einem stattlichen Weingut. Dort wurden wir nicht nur mit vier vorzüglichen Tropfen (mehrere Flaschen nahmen wir auch mit) sondern auch kulinarisch mit dazu passenden Speisen sehr gut bewirtet. Beim Abendessen hat es bereits ?wie aus Schaffeln? geschüttet. In der Wartezeit auf die Grillplatten verzehrten wir mit Genuss Unmengen von Ajvar mit Brot und auch der Krautsalat war wie immer sehr gut.

Nächster und 6. Rudertag: von Novi Sad (Km 1258) bis Stari Slankamen (Km 1215) also 43 Km. Endlich haben wir die richtige Mannschaftsverteilung gefunden und die Bootsbesatzungen bleiben nun - abgesehen von einem regelmäßigen Wechsel der Schlagfrauen - gleich. Nach der Badepause wagt die Bonn einen Seitenarm mit eher seichtem Wasser und stößt auf einen kleinen Katarakt den wir nur mit Niks Mut und Schläue im zweiten Anlauf auf der Seite bewältigen. Abenteuer pur ohne dass es wirklich gefährlich gewesen wäre!

Die betonierte Slipanlage in Stari Slankamen haben wir erreicht, indem wir innerhalb der vorgelagerten Insel durch einen schmalen Fahrstreifen in den Motorboothafen fuhren - eine Herausforderung, die von beiden Steuerfrauen mit Bravour bewältigt wurde. Zur Slipanlage bedurfte es noch einer 90° Wendung und der Hilfe von zwei Kindern beim Anlegen bis wir im Hafenbeisl entspannen konnten. Simeon brachte uns anschließend zum Hotel Srbija Garni (Office@hotelsrbijagarni.com) auf der Brankova in Belgrad. Gutes Abendessen in einem noblen Restaurant mit ?Lange Hosen Pflicht? über der Stadt.

Der 7. Rudertag wurde wegen Wind auf den Donnerstag verschoben. Gleich nach dem Hafen befand sich eine lange Buhne, so dass wir weit in den Fluss hinaus mussten. Auf Grund der Windstärke haben wir mit teils zittrigen Knien wieder umgedreht und sind dann mit Besichtigung vieler (un)möglicher Anlegestellen mit dem Bus zurück nach Belgrad getingelt wo wir den ruderfreien Tag vorgezogen und in der verbleibenden Zeit individuell die Stadt besichtigt haben. Zum Abendessen brachte uns Simeon zum Ruderverein Galeb der neben seinem (Simeons) Kajak-Verein liegt und wir beschlossen am nächsten Tag dort anzulegen und nicht wie geplant beim Ruderklub in der Save.

 

Am Donnerstag 31.7. hatte sich der Wind gelegt und wir konnten - zumeist im Nieselregen - vom Stari Slankamen (Km 1215) nach Belgrad rudern. Mittagsrast wurde an einer sehr umstrittenen Stelle gemacht weil die Ufer leicht überschwemmt waren und die Serben keine Umweltfreunde sind. Die Ablage der Boote gestaltete sich ziemlich anstrengend, weil das Ufer mit der Stiege so steil ist, dass wir die Boote nur mit größtem Kraftaufwand hinauf bekamen. Auch am diesem Abend regnet es wieder ordentlich. Da wir nicht in die Save gerudert sind, haben wir bei Km 1170 angelegt und nur 41 Km gerudert.

Der 8. und letzte Rudertag führte uns durch Belgrad - kein Vergleich mit Budapest ? es geht durch unansehnliches Hafen-und Industriegelände und auch als wir die Stadt hinter uns gelassen hatten, wurde es nicht wirklich schöner. Seit Stari Slankamen sind am rechten Donauufer "Sandsteinklippen"auf denen teilweise Häuser stehen und von denen der Bauschutt und anderer Müll einfach Richtung Donau gekippt wird. Entsprechend schwer gestaltete sich auch die Suche nach einem Mittagsplatz und wir legten endlich vis-a-vis einer Ansiedlung an, unter der am Donauufer hölzerne Pfahlbauten stehen die sehr ärmlich wirken und wir uns nicht sicher sind, ob es sich um den Slum oder die"Schreber-Fischereien" des Dorfes handelt. Wir tranken und aßen die Reste auf ruderten dann zu unserem verfrühten Ziel nach 42 Km - dem kleine Hafen von Grocko bei Km 1132. Weil das Anlanden dort so aufwendig war, wollte niemand mehr die letzten Km bis Smederevo weiter rudern und so beendeten wir hier unsere letzte Ruderei an der unteren Donau. Die Ungarinnen wurden von Simeon zum Bahnhof nach Belgrad gebracht, wir luden die Boote auf und fuhren zum letzten aber dafür umso ausgefalleneren Quartier in Smederevo dem Stasea-Apartmenthotel (www.apartanistasea.com bzw stasea@verat.com). Das letzte Abendmahl fand im Garten eines Restaurants statt, das uns noch einmal einen wunderbaren letzten Blick auf einen Sonnenuntergang an der Donau ermöglichte. Das Fladenbrot mit Ajwa sowie die Zander und der Wein waren noch einmal wunderbar und reichlich.

Am Samstag noch ein geruhsames Frühstück mit Simeon vor dem bemerkenswerten Apartmenthaus und auf geht?s zum Flughafen nach Belgrad, während sich Nik und Martina noch Smederevo anschauten, bevor sie mit den Booten die Heimreise antraten.

 

 

 


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