Erfolgreichster Ruderverein Österreichs

Der Erste Wiener Ruderclub LIA wurde 1863 gegründet und ist damit der älteste Körpersport treibende Verein Österreichs. ...

VIENNA NIGHTROW

Aktuelles

9.-17.8.2014 ÖRV Trainingslager Völkermarkt und Sprintregatta

Bericht von Astrid Tiefenbacher

 

Sommer-Trainingslehrgang des Lia-Nachwuchses

 

Im Gegensatz zum vorigen Jahr gingen die Schüler/innen der Lia samt Betreuer aus terminlichen Gründen ihren eigenen Weg . Der ÖRV hatte den Sommer-Trainingslehrgang in Völkermarkt vom 10.-17. 8. ausgeschrieben. 7 Schülerinnen (Meri Bosnic, Alina Deutsch, Tiba Gandon, Larissa Gaudek, Julia Hanisch, Juliane Holler, Isabella Tiefenbacher ), 2 Schüler (Oskar Dallinger und Johannes Weberndorfer) sowie zwei Betreuerinnen (Maria Meidl und ich - Astrid Tiefenbacher) traten dieses Trainingslager bereits am 9. 8. an - im Nachhinein betrachtet, eine sehr gute Entscheidung, einen Tag früher zu fahren.

 

Weil es zu zweit mehr Spaß macht, gingen wir in dieser Woche eine äußerst friedliche Koexistenz mit den Argonauten unter der Leitung von Brigitte Moser-Kmen und Tochter Isabel ein. Der Bootstransport wurde gemeinsam durchgeführt, die Trainer fuhren im selben Motorboot, wir trafen einander beim Essen und bei Videoanalysen - und die Jugendlichen verbrachten sogar ihre Freizeit nach dem anstrengenden Tag miteinander. Ein schönes Bild, alle so friedlich miteinander zu sehen....ohne Konkurrenzdenken außerhalb des Bootes.

 

Während der Großteil der Ruderer in der Berufsschule Völkermarkt untergebracht war, wohnten wir in Mittertrixen, einem kleinen Ort, ca. 8 km entfernt, dessen Einwohnerzahl von 154 in dieser Woche dank der Rudermannschaft geradezu in die Höhe schnellte. "Hauptlager" war der Gasthof Rabl, in dem wir geradezu verwöhnt wurden. Die Essenspläne wurden mit uns abgesprochen, und für spezielle Wünsche war man sehr aufgeschlossen. Vor-, Haupt- und Nachspeise ließ keinen hungrig vom Tisch aufstehen. Die Argo-Ruderer wohnten ein Haus weiter, im Gästehaus Kuchernig, die Lia-Crew samt mir wurde in der Pension Sonnblick untergebracht, ca. 600 m entfernt, der Weg führte uns durch die Kukuruzfelder und einen kleinen Anstieg bergauf. Manchmal etwas mühsam (vor allem nach dem Essen!), aber der Ausblick war herrlich. Nicht zu reden von den schönen Zimmern und der reizenden, aufmerksamen Frau Lamprecht und ihrem Mann, die den Kindern nicht nur halfen, nach der ersten Nacht die Zimmerrochade durchzuführen, sondern auch Wäsche wusch, trocknete und zusammenlegte!!! Als Oskar sich an einem Abend nicht wohl fühlte, kochte Frau Lamprecht Tee aus gartenfrischen Kräutern und päppelte ihn mit Hühnersuppe auf!! Einfach unglaublich - das hat mit Gastfreundschaft alleine nicht mehr viel zu tun, das ist wesentlich mehr, als man sich zu träumen wagt! Ihre Freundlichkeit endete auch nicht, als die Mädchen vergaßen, das Dachfenster zu schließen und den Boden damit unter Wasser setzten?

Wir hatten also quartiermäßig den großen Joker gezogen - ein Glücksgriff!

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Gleich nach unserer Ankunft in Völkermarkt luden wir die Boote ab, dann bezogen wir Quartier. Nachmittags ging es bei herrlichem Sonnenschein aufs spiegelglatte Wasser.

Unsere Trainingseinheiten wurden im 4x, 2x und 1x absolviert, teils in altbekannten Mannschaften, aber auch neue Kombinationen wurden getestet. Da kam es schon mal vor, dass die zwei Burschen mit den Mädchen in einem Vierer saßen. Wenn ich mal nicht ans Steuer musste - auf Dauer eine recht passive Angelegenheit - , stieg ich selber in meinen Einer ein, der nach vielen, vielen Jahren wieder auf diesen wunderschönen Drau-Stausee zurückkehrte, und begleitete die anderen. Bereits in den 80er Jahren hatte ich bzw. der Ruderklub Donau unter meinem Trainervater Alfred Unger hier einige Trainingslager absolviert. Er hatte Völkermarkt quasi entdeckt - und hier hatte schon ich mich auf Weltmeisterschaften vorbereitet. Für mich war diese Rückkehr ein emotional sehr bewegender Moment.

 

Völkermarkt bietet ein ideales Gewässer und ein tolles Ruderzentrum, um das man die Kärntner nur beneiden kann.

 

Dank Motorboot und Foto- bzw. Videoaufnahmen entdeckten Maria und ich kleine Fehler, die sich bei manchen im Laufe der letzten Wochen eingeschlichen hatten - ein Vorteil der Motorbootbegleitung, der unmittelbaren Nähe zum Aktiven. Zahlreiche Kilometer im Einer machten aus so manchen arrivierten Mannschaftsbootfahrerinnen begeisterte "Einzelgänger".

 

Wer dachte, wir machen hier Urlaub, irrt gewaltig. Sogar für uns Trainer war es stressig. Ein genau festgelegter Tagesablauf mit exakt terminisierten Essens- und Motorboot-, also Trainingszeiten, ließ nicht viel Spielraum. Gerade ein kurzer Einkauf dazwischen ging sich aus.

Leider hielt das schöne Wetter nicht an. Bereits am Montagabend gewitterte es heftig. Und die unvorhersehbaren Regengüsse begleiteten uns auch die nächsten Tage, Gott sei Dank vorerst nur abends. Der viele Regen brachte auch die Hochwassergefahr mit sich - und auf der Drau wurden die Schleusen geöffnet! Der Wasserstand sank - und am Donnerstag war an ein Rudern nicht mehr zu denken. Gerade 1000 m waren noch befahrbar - und das Floß war nur mehr über eine Leiter erreichbar!!! Ca. 2,5 m war der Wasserstand gesunken!!! Was tut man als des Wassers entzogener Ruderer? Man geht in die Halle... In der Turnhalle der Berufsschule leitete Brigitte zwei Trainingseinheiten - Mobilisationsübungen und Zirkeltraining. Neue, unbekannte Übungen, spannende Ballspiele, Entspannungsübungen - auch ohne Wassertraining war das Training sehr effizient. Eine Einheit verbrachten wir mit schnellem Gehen auf den Berg - bei ca. 95%iger Luftfeuchtigkeit eine wahrlich atemberaubende Angelegenheit.

Aber am Freitag kam mittags die Entwarnung - der Wasserstand stieg wieder! Endlich konnten wir wieder in die Boote ... wenn auch etwas vorsichtig, da viel Unrat und Treibholz umherschwamm.

 

Nach vielen geruderten Kilometern zogen wir eine äußerst positive Bilanz: technisch haben sich durchwegs alle stark verbessert, etliche haben das Gefühl fürs Boot gefunden, und so nebenbei haben sich Freundschaften gefestigt und neue sind entstanden.

 

Höhepunkt dieser Woche war die Sprintregatta am Sonntag mit riesiger, auch internationaler Beteiligung.

Im Schüler-Einer waren 35 Boote am Start!!! Oskar belegte in seinem Lauf in 2:06,72 den 3. Rang, hinter Maribor (1:49,9) und Villach (2:00,13). Man sah, 500 m sind für ihn zu kurz...

SchW2x (17 Boote): Meri und Larissa wurden in ihrem Lauf 2. In 2:02,13 - mit den Selic-Schwestern der Argonauten (1:55,4) hatten sie sehr starke Gegnerinnen in den selben Lauf gelost bekommen. Aber die anderen drei Boote konnten sie schön auf Abstand halten.

Isabella/Julia gewannen ihren Lauf mit gesamtbester Zeit (1:52,2) vor Alina/Juliane (1:55,71), vor 2x Völkermarkt, Ottensheim und Villach. Die neue Paarung Alina/Juliane war ein Versuch gewesen, der positiv überraschte. Dieses Boot wird - nach dem guten Eindruck, den es auch bei der STAW-Regatta hinterlassen hat - auch bei den Schülermeisterschaften als Lia Boot 2 an den Start gehen.

 

SchW1x (24 Boote!!): Julia hatte einen starken, schnellen Lauf erwischt und scheiterte trotz ihrer guten Zeit von 1:59,19 an Marita Berger vom RV Villach (1:57,8) und Maja Golja von Maribor (1:58,23). Der 3. Platz stellte sie nicht wirklich zufrieden - aber auf 500 m herrschen eben andere Gesetze.

Abgesehen von Julia ließ ich Einer - "Neulinge" starten... Sie bestanden ihre Prüfung durchwegs mit Sehr gut! Alina zeigte, dass sie von dieser Trainingswoche sehr profitiert hatte - und überraschte im 2. Lauf nicht nur sich selbst mit dem Sieg in 2:10,3 vor Dasa Horvatinovic aus Bled (2:12,14).

Juliana war im 3. Lauf zeitweise in Führung gelegen, verspielte diese jedoch knapp (nicht umdrehen, das sag ich immer wieder!!!) und musste Anja Rejc von Bled (2:09,41) den Vortritt lassen. Ihre Zeit: 2:10,54.

Tiba bewies im 5. Lauf, dass in ihr ein großes Potenzial schlummert - alleine diese Hebelwirkung durch ihre Körpergröße - beneidenswert... In 2:08 siegte sie mit großem Abstand vor Hemma Grubauer aus Ottensheim (2:20,24).

Der SchW4x+ war, wie schon die ganze Saison über, eine klare Sache der Lia-Mädchen. 7 Boote starteten in zwei Läufen - Isabella/Tiba/Meri/Larissa /Stm. Oskar spulten ihr Rennen in 1:49,6 runter und ließen das Villacher Boot mit 2:02,00 deutlich hinter sich.

Die Heimfahrt war mühsam und lang..... Müde kamen wir in Wien an. Aber stolz und voller Optimismus - in wenigen Wochen ist die Schülermeisterschaft mit eindeutiger, aber durchaus realistischer Zielvorgabe: 3 Goldene in den Mädchen-Rennen...und vielleicht geht sich noch eine Silber- oder Bronze-Medaille zusätzlich aus....

 

- Astrid -

 


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