Aktuelles
30.6. - 5.7.2026 Henley Royal Regatta GBR
Bruno Bachmair und Daniel Wagner vertreten die LIA
Henley Royal Regatta – ein Erlebnis der Sonderklasse
Henley-on-Thames ist das Mekka des Rudersports. Was sich dort abspielt, muss man – ob als Ruderer oder als Zuschauer – einmal im Leben erlebt haben. Die Regattastrecke besteht aus einer, nur außen durch Holzbalken begrenzten Bahn, gerade breit genug für zwei Boote, und alle Rennen werden im reinen K.-o.-System ausgetragen. Alle 250 Meter steht ein Holzturm, von dem aus ein Offizieller die Positionen der Boote ausruft. Tausende Besucher säumen die Strecke und spenden jedem vorbeiziehenden Boot Applaus.
Je näher man dem Ziel kommt, desto nobler wird die Szenerie. In der Stewards’ Enclosure herrscht strenge Kleiderordnung: Damen tragen Knie bedeckende Röcke oder lange Kleider, Herren erscheinen im Blazer – selbst wenn dieser schon bessere Tage gesehen hat – und mit Krawatte. Ohne diese Accessoires bleibt der Zutritt verwehrt. Nur auf Einladung eines Stewards erhält man übrigens Karten. Eine Kopfbedeckung ist nicht verpflichtend, doch die gesellschaftliche Elite trägt sie selbstverständlich: die Ladies mit geschmackvollen, teils extravaganten Hüten, die Gentlemen mit klassischem Panama-Strohhut.
Ein unaufhaltsamer Menschenstrom bewegt sich tagsüber vom Ziel Richtung Start und kehrt gegen Abend – nicht selten leicht beschwingt – wieder zurück. Junge Damen tragen ihre High Heels dann lieber in der Hand. Hinter der Enclosure parken Autos auf markierten Claims; in mitgebrachten Partyzelten wird Champagner gereicht und ausgiebig gepicknickt. Viele dieser Besucher sehen die Regatta kaum – aber sie gehören zum Gesamtbild und machen die Atmosphäre komplett.
LIAnesen in Henley
Mitten in diesem Trubel wird auch gerudert. Zwei LIAnesen waren heuer am Start:
- Bruno Bachmair, gemeinsam mit Ruderkollegen aus Oxford (dort beginnt er sein Doktorat), im Vierer ohne Steuermann.
- Daniel Wagner, mit seiner Crew aus Yale (USA), im gesteuerten Vierer im Visitors’ Cup, der zweithöchsten Kategorie für Studenten.
Daniel und seine Mannschaft gewannen ihren ersten Lauf, wurde jedoch disqualifiziert, weil ein Crewmitglied als Jugendlicher bereits ein Rennen in Henley gewonnen hatte. Henley-Sieger, egal welcher Kategorie, dürfen in Studentenbewerben nicht starten – eine fragwürdige Regel, aber sie wird strikt angewandt. Für Daniel war die Regatta damit nach dem ersten Tag beendet.
Bruno hingegen kam mit seinem Oxford-LIA-Vierer bis ins Halbfinale, wo er dem britischen U23-Nationalvierer mit etwas über einer Länge unterlag. Die zahlreichen LIA-Schlachtenbummler feierten ihn dennoch begeistert.
LIA-Fantruppe vor Ort
Die LIA war mit einer kleinen, aber engagierten Fangruppe vertreten. Angeführt vom Ehrenpräsidentenpaar Doris und Kurt Sandhäugl reisten die ehemaligen Mannschaftskollegen von Bruno und Daniel – Elias Hautsch, Aleks Svetina, Teo Tschaikner – sowie die Familie Wagner an. Auch Ines Wagner, Daniels Schwester, war mit dabei.
ÖRV in Henley
Der ÖRV war mit vier Booten vertreten. Leider befindet sich derzeit keine Ruderin und kein Ruderer der LIA im Nationalkader. Alle österreichischen Boote kamen eine Runde weiter; nur für Magdalena Lobnig war erst nach einer starken Vorstellung im Halbfinale, dann im Finale, das sie souverän erreichte, Schluss. Sie musste sich dort der britischen Europameisterin Lauren Henry klar geschlagen geben.
https://www.hrr.co.uk/results/


















